Prof. Dr. Bernd Gottschalk
"Kosten in der Automobilindustrie"

Die einzige Talksendung zum Thema "Kosten in der Automobilindustrie".
Produziert von automanagerTV in Zusammenarbeit mit FACTON.
Diesmal zu Gast: Prof. Dr. Bernd Gottschalk (AutoValue GmbH, langjähriger Daimler-Vorstand und ehemaliger VDA-Präsident).

The only talk show about "Costs in the Automotive Industry".
Produced by automanagerTV in cooperation with FACTON.
This time Guido Marschall talks to Prof. Dr. Bernd Gottschalk (AutoValue GmbH, long-term Executive at Daimler and former President of the German Association of the Automotive Industry).


Beschreibung

Auch in der vierten Folge von „Kosten in der Automobilindustrie“ ging es um der Zustand der Automobilbranche nach der Krise. Wobei Gottschalk die Krise als relativ gut überstanden ansieht und dies auch auf Kosteneinsparung zurückzuführen sei.

Gottschalk zeigte sich sehr erfreut, dass Unternehmen in der Krise zurückgesteckt, keine Mitarbeiter entlassen und so eine sehr konstruktive Haltung gezeigt haben. Er sagte weiter: „Das Verhältnis der Arbeitnehmervertretungen zu der Geschäftsleitung hat sich in dieser kritischen Zeit sehr verbessert und bewehrt. Hier hat auch die Politik viel dazu beigetragen den Unternehmen zu signalisieren, dass man qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen halten sollte. Das hat der Industrie auch geholfen so schnell wieder den Aufschwung zu finden. Aber es gibt natürlich auch Lohnforderungen, die sich heute schon als hoch abzeichnen“

Zu der Auswirkung des Standortes auf die Kosten bemerkte er, dass Verlagerungen der Kosten in den letzten Jahren immer zwei Grundvoraussetzungen hatten: Wie kann man Kosten sparen und wie neue Märkte erschließen. 2010 sieht er als das erste Jahr, in dem die Auslandsfertigung die Inlandförderung übersteigt. Dennoch stellt er in Frage, ob es nicht doch möglich ist, über ein ganz bewusstes Kostendenken und Kostenverhalten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg auch erhebliches Potential in Deutschland zu erhalten. Für Gottschalk werden die Kostendiskussion jedoch „zu grobkörnig geführt“.

Bei der Frage nach Empfehlungen für Mittelständer die sich international orientieren wollen sei der erste Schritt ein offenes Gespräch mit den Kunden. Vertrauen sei immer noch das Wichtigste in jeder Beziehung. Das Thema der Finanzierung wird dabei für ihn zu wenig beachtet. Die Finanzierung und die Finanzinstitutionen müssten ein integraler Bestandteil der Wertschöpfungskette sein, wobei die Finanzsituation seiner Meinung nach viel dramatischer ist, als sie scheint. Zwar habe sich die Liquidität verbessert, die Kreditlage sei dennoch nach wie vor schwierig.

Seiner Ansicht nach ist es ein weiteres großes Defizit, dass man es in der Krise nicht geschafft habe, kluge Konsolidierungen hinzubekommen. Die modernen, gut aufgestellten, international tätigen Hersteller verlangten auch moderne, international tätige, leistungskräftige Zulieferer – und dazu braucht es einfach eine Mindestgröße.