Dr. Wolfgang Bernhart
"Kosten in der Automobilindustrie"

This content ist only available in german.

Die einzige Talksendung zum Thema "Kosten in der Automobilindustrie.
Produziert von automanagerTV in Zusammenarbeit mit FACTON.
Diesmal zu Gast: Dr. Wolfgang Bernhart (Partner bei der Roland Berger Strategy Consultants).

The only talk show about "Costs in the Automotive Industry.
Produced by automanagerTV in cooperation with FACTON.
This time Guido Marschall talks to Dr. Wolfgang Bernhart (Partner at Roland Berger Strategy Consultants).


Beschreibung

Die fünfte Sendung der Talkreihe „Kosten in der Automobilindustrie“ thematisiert Rainer Schmückle, langjähriger COO bei Mercedes Benz Cars, den Kampf zwischen OEMs und Zulieferern. Deren Beziehung bewertet er insgesamt mit einer 3+. Seiner Meinung nach besteht noch Verbesserungspotential.

Über die Usancen der Zusammenarbeit sagt er, dass man generell sehr stolz sei, sich aber immer kämpferisch gibt. Der Erfolg der Branche zeige, dass wohl etwas richtig gemacht worden sei. Gleichzeitig stellt er aber auch heraus, „wenn es die Öffnung Osteuropas nicht gegeben hätte, würde die deutsche Automobilindustrie heute nicht in dieser relativ guten Situation sein“.

Da die OEMs enorm an Fertigungstiefe abgegeben hätten und bis zu 70 Prozent der Kosten pro Automobil heute in Zuliefererhand sind, sollten diese auch kostenfähig sein.

Die Bereitschaft der Zulieferer, mit den OEMs zu Internationalisieren sei sehr hoch und gut zu bewerten. Generell gebe es seiner Meinung nach jedoch „zu viele Rituale in der Automobilindustrie“ – allen voran die jährlichen Preisverhandlungen. Eine Möglichkeit zur Verbesserung sei, bereits bei der Verhandlung über die Preiskurve miteinander zu sprechen und die jährliche Preisrunde entfallen zu lassen. „Die wesentliche Frage ist immer wieder: Wie kann ich Wettbewerbsfähigkeit erzeugen über einen längeren Zeitraum?“

Neben der Preisrunde sei auch das Schnittstellenmanagement verbesserungswürdig, aber auch die Wertschätzung der Wertschöpfung und eine damit verbundene, von Anfang an klare Definition was von den Vertragspartnern erwartet wird und wer es steuern soll. Hier gäbe es folgende wesentliche Aspekte: Umsetzung der Technologien in Qualität und Umsetzung in die richtigen Kosten.

Auf das Thema Vertrauen angesprochen sagt Schmückle, dass generell viele Instrumente, die eine Stabilität garantieren sollten, vorhanden sind. Als Beispiel nannte er die Modularisierung der Automobile. Die Vergabe von Modulen sollte grundsätzlich über Life-Cycle vergeben werden, denn dann sei Vertrauen auf beiden Seiten möglich.

Im internationalen Markt und dem Verhältnis von Zulieferern und OEMs in anderen Ländern sieht er einen klaren Unterschied des asiatischen und des amerikanischen Blocks. „Der Kampf der OEMs (wird) letztlich auch ein Kampf der Zulieferblöcke sein“ und man sollte mehr gemeinsame Arbeit leisten, da der Erfolg und Misserfolg immer beide Parteien betrifft.

Zur Stabilisierung der Rendite und der eigenen Kostenrechnung mit neuen Komponenten bemerkt er, dass der Umbruch in der Antriebstechnik sehr viele Herausforderungen mit sich bringe. Elektroingenieure würden gegenüber Maschinenbauern sicherlich eine andere Bedeutung in den Unternehmen bekommen. Schmückles Meinung zur Elektrotechnik hat sich in letzter Zeit geändert. Letztendlich sei es immer ein Feld der Unsicherheit, das sehr individuell ist und jeder müsse für sich selbst entscheiden. Sowohl Hersteller als auch OEMs hätten eingesehen, dass man das nicht allein nur dem Zukauf überlassen kann und immer eine eigene Erfindungshöhe vorhanden sein sollte. Diese Erfindungshöhe gepaart mit einem guten Kostenkonzept entscheidet dann darüber, ob man auf der Gewinner- oder Verliererseite sei.