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Vier Wege zur erfolgreichen Kostenoptimierung in der Medizintechnik

21/10/2020, Autoren: Sadananda Hebbar, Florian Schlögl

Wie können Hersteller und Lieferanten von Medizinprodukten ihre Kosten optimieren und das Produktportfolio profitabler gestalten? Digitalisiertes Kostenmanagement bietet Potenziale zur Steigerung der Margen und der Rentabilität. Bei hoher Produktkomplexität, umfangreichen Vorschriften für Medizinprodukte, globalen Lieferketten und unterschiedlichen Preisstrategien sind effiziente Strukturen und Prozesse erforderlich, um Produkte schnell und profitabel am Markt zu positionieren. Für Unternehmen in der Medizinproduktindustrie skizzieren wir vier Wege, wie Produktkosten effizient gesteuert und optimiert werden können.

1. Medizinische Regularien kalkulatorisch abbilden

Neue europäische Verordnungen wie die Medical Device Regulation (MDR) und In-vitro-Diagnostika (IVDR) stellen höchste Anforderungen an Betrieb, Prozesse und Sicherheit – vom Start der Produktentwicklung über den gesamten Lebenszyklus. Die Vorschriften und damit verbundene interne Prozesse führen bei nahezu allen Unternehmen zu steigenden Kosten. 87 % der Unternehmen gehen davon aus, dass sie im Zuge der hohen Anforderungen aus der MDR Produkte vom Markt nehmen müssen. Wiederum die Hälfte der befragten Unternehmen aus der Branche sagt steigende Preise für Medizinprodukte voraus.Blog_Medical Technology_BVMed Survey 2019

>> Weitere Einzelheiten zur MedTech-Marktentwicklung stellt der BVMed-Jahresbericht 2019/20 zur Verfügung. <<

Was heißt das für die Kostenkalkulation? Kosten für Hersteller und Betreiber, die sich aus Vorschriften und Berichterstattung ergeben, müssen bei der Berechnung der Lebenszykluskosten eines Produkts berücksichtigt werden. Unternehmen können zukünftige Produkte und Komponenten besser und schneller optimieren. 

>> Wichtigste Voraussetzung für das Lifecycle Costing ist, dass die Produkt- und Kostendaten von allen Abteilungen und Standorten im Unternehmen flächendeckend genutzt werden können. <<

2. Design to Value und 'Target Costing' bei der Produktentwicklung berücksichtigen

Wie in anderen Industriezweigen beschäftigen sich die Unternehmen der Medizintechnikbranche mit der einzelhandelsorientierten Gestaltung ihrer Sortimente. So werden die Produkte in preisbewussten Märkten gewinnbringend verkauft. Dabei geht es um zwei Punkte:

  • die Beseitigung von Zusatzkosten und
  • die Flexibilität zu erhalten.

Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Hersteller von Medizinprodukten die Produktkosten im Produktentwicklungsprozess berücksichtigen wollen. Mit dem Target Costing-Ansatz setzt die Produktentwicklung frühzeitig auf eine konsequente Marktorientierung und kann bereits in der Designphase - in der frühen Phase der Produktentwicklung - verlässliche Aussagen zu Zielkosten machen.

>> Entwerfen Sie ein Produkt in Übereinstimmung mit den festgelegten Zielkosten, indem Sie die kosteneffiziente Lösung für eine bessere Gewinnspanne ermitteln. <<

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3.
Portfolio der Medizinprodukte profitabel steuern

Medizinische Produkte mit positivem Deckungsbeitrag zu Beginn der Markteinführung, aber mit anhaltend hohen Kosten für die Produktdokumentation und rückläufigen Absatzzahlen, können zu Verlusten und negativen Effekten auf die Unternehmenskennzahlen führen. Welche umsatz- und margenschwachen Medizinprodukte gibt es? Wie hoch sind die Entwicklungskosten und die Kosten für Pflege, Lagerung und Vertrieb? Welche finanziellen Effekte haben die umsatzschwachen Produkte auf die Kapitalbindung und Abwertungsrisiken des Unternehmens?

Fragen wie diese können nicht allein von einer Abteilung beantwortet werden, sondern

  • müssen im Schulterschluss aller involvierten Abteilungen - Sales, Einkauf, Controlling und Produktentwicklung – abgestimmt und
  • mit den Daten aus dem Produktlebenszyklus und einem einheitlichen Blick über auf die Kostenrechnung beantwortet werden.

Ein unternehmensweiter Kalkulationsprozess hilft bei der Entwicklung transparenter Kostenstrukturen über global vernetzte Lieferketten, Eigen- und Fremdproduktion und mit unterschiedlichen Preisstrategien. Der Ansatz erhöht den Spielraum für Kostenoptimierungen: Unternehmen können zum Beispiel verlustbringende Produkte schneller identifizieren und entsprechende Geschäftsentscheidungen vorbereiten.

>> Defizitäre Produkte schneller zu erkennen und aus dem Portfolio zu nehmen, heißt auch, neue finanzielle Mittel für die Entwicklung innovativer Produkte und für Investitionen in Geschäftsexpansionen freizusetzen.<<

4. Kosteneinsparungspotentiale im Einkauf maximieren

Variantenvielfalt, Produktkomplexität und steigender Kostendruck - das sind die Hürden, vor denen die Einkaufsorganisationen von Medizintechnikunternehmen stehen. Die Erkenntnis ist nicht neu: Das sind die Hürden, vor denen nahezu alle Industrieunternehmen heute stehen.

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Besuchen Sie den Blog der Society of Cost Engineers und lesen Sie mehr über die Bedeutung der Kostenmodellierung in der medizinischen Industrie.


Das Lieferantenauswahlverfahren ist die Stellschraube für mehr Kosteneffizienz. Hier fließen Kriterien aus der Lieferantenselbstauskunft, Informationen über Zertifizierungen, Stichproben, Produktqualität und Preise aus den Angeboten ein. Potenziale zur Kostenoptimierung liegen in der frühzeitigen Einbindung des Einkaufs in den Produktentwicklungsprozess, um Lieferantenangebote besser beurteilen und Einkaufsverhandlungen mit den gewonnenen Erkenntnissen vorbereiten zu können.

Mit Should Costing Einkaufsprozesse optimieren

Transparente Strukturen sind der Schlüssel zur Kostenoptimierung

Unternehmen der Medizintechnik erreichen ein Optimum zwischen Innovation, Produktentwicklung, Qualität und Gewinn, wenn sie die Kosten entlang des Wertschöpfungsprozesses - von der Produktentwicklung bis zum After-Sales-Service - verfolgen und kontrollieren können. Die Kostentransparenz unterstützt Entscheidungen in jedem Schritt des Kalkulationsprozesses, über den gesamten Produktlebenszyklus und ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Kostenoptimierung.

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Autor

Sadananda Hebbar

Sadananda Hebbar

Presales Consultant | FACTON

Co-Autor

Florian Schlögl

Florian Schlögl

Account Director | FACTON